CO2-Emissionen kosten
Ab 2021 CO2-Steuer auf fossile Energieträger in Deutschland
Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 nahezu klimaneutral zu sein. Um das Klimaziel der Bundesregierung erreichen zu können, müssen alle CO2-Emissionen stark sinken. Die entscheidende Maßnahme des Klimaschutzprogramms ist die Einführung eines Emissionshandels in Deutschland. Industrie und Energiewirtschaft kennen eine „CO2-Bepreisung“ im Rahmen des Europäischen Emissionshandels schon seit 2005. Ab 2021 wird das Emissionshandelssystem auch auf die Bereiche Verkehr und Wärme ausgeweitet. So soll der Ausstoß von Treibhausgasen verringert werden, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

01.01.2021
Was ändert sich für Sie persönlich an der Erdgasbelieferung durch team energie?
  • Bedingt durch die neue CO2-Steuer steigt Ihr Gaspreis um 0,455 ct/kWh.
  • Entsprechend der Corona-bedingten Entscheidung der Bundesregierung kommt es voraussichtlich zu einer Anpassung der Mehrwertsteuer von derzeit 16% zurück auf 19%. 
  • Sie haben ein Sonderkündigungsrecht für die durch den Gesetzgeber veranlasste, zusätzliche Belastung. Dieses können Sie ohne Einhaltung von Fristen bis zum Wirksamwerden der Änderung am 31.12.2020 ausüben.

Gut zu wissen
Wie das Emissionshandelsgesetz funktioniert
Auf Europäischer Ebene funktioniert der Emissionshandel wie folgt: Eine Obergrenze legt fest, wie viele Treibhausgase die 31 Länder (28 EU-Länder plus Island, Liechtenstein und Norwegen) insgesamt ausstoßen dürfen. Innerhalb dieser Obergrenzen erhalten oder kaufen Unternehmen aus den Bereichen Energiewirtschaft, Industrie und Luftfahrt Emissionszertifikate. Reduziert das Unternehmen seine Emissionen, so kann es die Zertifikate für künftige Zwecke verwenden oder weiterverkaufen. Liegen am Jahresende nicht genügend Zertifikate für die Emissionen vor, drohen Strafgebühren. 

Zusätzlich zum europäischen Klimaschutz gibt es Vorreiter auf nationaler Ebene. Finnland führte bereits 1990 eine CO2-Bepreisung auf fossile Brennstoffe ein. Der Unterschied zwischen der nationalen CO2-Bepreisung und dem internationalen Emissionshandel ist die Obergrenze. Diese gibt es auf nationaler Ebene nicht. Hier setzt der Gesetzgeber auf höhere Preise für die Nutzung fossiler Energieträger, um Anreize für das Umstellen auf klimafreundliche Energieformen zu setzen.

Die Tendenz ist steigend
CO2-Bepreisung in Deutschland
Energiewirtschaft und Industrie sind die beiden größten Verursacher von CO2-Emissionen in Deutschland. Dicht gefolgt vom Verkehr und den Haushalten. Bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Heizöl, Flüssiggas, Erdgas, Kohle, Benzin und Diesel entstehen große Mengen an Treibhausgasen. Hier sieht die Bundesregierung ein enormes Einsparpotenzial. Deshalb legt das Klimapaket ein Festpreissystem ab 2021 mit stufenweiser Erhöhung fest.

CO2-Steuer
Was bedeutet das für Sie als Verbraucher
Heizen und Tanken werden in den nächsten Jahren Schritt für Schritt teurer. Die Kosten für die Zertifikate tragen die Unternehmen und geben sie dann in der Regel an die Verbraucher weiter. Bei einem Einfamilienhaus mit einem Gasverbrauch von 30.000 kWh pro Jahr steigen die Kosten für Erdgas um 165 Euro im Jahr 2021, 2025 liegt die Preissteigerung dann bei 357 Euro (Bruttopreis bei 19 % Umsatzsteuer).

Eine Faustformel, um die Mehrkosten in den kommenden Jahren berechnen zu können:


Eine Frage Ihrer Heizart 
Wann betreffen Sie die Änderungen nicht?
Heizen Sie mit Strom, wie z.B. Solarstrom, Windkraft, Biogas oder mit der Wärmepumpen-Technologie, so entstehen keine zusätzlichen Kosten durch die CO2-Bepreisung. Haben Sie bereits auf Elektromobilität umgestellt? Dann sind für Sie ebenfalls keine Mehrkosten zu erwarten.

Co2 Bepreisung
Wofür werden die Einnahmen verwendet?
Die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung investiert die Bundesregierung in Klimaschutzmaßnahmen. Weiterhin gibt es Umstellungen im Bereich der EEG-Umlage, diese wird ab 2021 um 0,25 Cent gesenkt. Berufspendler sollen eine höhere Entfernungspauschale erhalten und längere Zugfahrten können durch eine reduzierte Mehrwertsteuer günstiger werden.

Was kommt noch auf Sie zu
Sind anderweitig finanzielle Entlastungen zu erwarten?
Durch Fördermaßnahmen und parallele Entlastungen kommt es in Deutschland insgesamt nicht zu einer Mehrbelastung. Alle Einnahmen sollen laut Bundesregierung den Bürgerinnen und Bürgern zurückgegeben werden. Die Bundesregierung wird die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung vor allem für eine Entlastung bei der EEG-Umlage und damit der Strompreise einsetzen. Außerdem wird die steuerliche Entfernungspauschale angehoben, eine Mobilitätsprämie gewährt sowie Maßnahmen des Klimaschutzprogramms 2030 gefördert – etwa für einen klimafreundlichen Verkehr und energieeffiziente Gebäude.